„ROAD HOUSE“ (2024) | Filmreview

„ROAD HOUSE“ (2024) | Filmreview

26. Mai 2024 Aus Von Thorsten Boose

Bezug zu Jackie Chan: keiner vorhanden

„Irgendwas stimmt nicht mit dir. Mit mir auch nicht.“

Eins vorweg: Ich hab den Originalfilm mit Swayze nie gesehen. Daher stelle ich hier keine Vergleiche auf, sondern gebe meine Meinung zu der 2024er Version ab.

Nach dem gefühlten 100. US-Remake eines Filmklassikers fragt man sich unweigerlich, ob den Filmemachern die Ideen ausgehen. Das dürfte weniger der Fall sein, vielmehr will man wohl mit möglichst wenig Mitteln an einem längst vergangenen Erfolg anknüpfen.

Ist das mit ROAD HOUSE (2024) gelungen? Meiner Meinung nach nicht. Ein Ex-UFC-Kämpfer versucht nach einer Niederlage also, ein neues Leben in Florida als geheuerter Bouncer zu starten. Doch warum ihm anscheinend nur noch dieser eine Weg aus seiner angeteaserten tragischen Backstory bleibt, ist allein sein Geheimnis. Denn so richtig tief werden die Motive von DALTON nie erklärt.

Genauso wenig wie die Motive seiner Nemesis KNOX, gespielt vom unheimlich unsympathischen Conor McGregor. Gespielt ist eigentlich zu viel gesagt, McGregor ist im Film wie im wahren Leben ein arroganter Fatzke. Und die strong female characters – sind einfach präsent und machen ihr Ding.

Was ein gutes Setting und dank CGI-Support klasse Fights versprechen könnte, wird in Einfallslosigkeit bei der Choreografie und dem Editing zunichte gemacht. Wenn man wie ich mit Hongkong-Action verwöhnt ist, ist dieser Standard schwer zu erreichen. Aber ROAD HOUSE versucht es gar nicht erst, denn ROAD HOUSE hat es nicht nötig, sich zu beweisen, denn ROAD HOUSE hat Dicke Eier.

ROAD HOUSE!

Ein Protz- und Proletenfilm für Bubis mit Vaterkomplex, an den man sich nach dem Anschauen nicht mehr erinnert. Denn kein Dialog, keine Mimik, kein Schnitt ist ansatzweise erinnerungswürdig.

Dialoge sind Lückenfüller zwischen Szenen, die einfach viel zu lange dauern und deren Pointen selten landen. Von Gags ganz zu schweigen. Dafür landen die Fäuste. Meistens aber im Dunkeln, um das miese CGI zu kaschieren. Ganz deutlich zu sehen ist übrigens, wie McGregor als Profikämpfer sich zurückhalten muss, um Donnie Darko nicht die Löffel lang zu ziehen.

Ich frage mich, wer die Zielgruppe dieses Films sein soll und würde spontan auf Frauen tippen. Gut trainierte Männer halb nackt oder zumindest oberkörperfrei, starke Frauen in Führungspositionen – beruflich wie privat – und einen Antihelden, der genauso mysteriös verschwindet, wie er aufgetaucht ist. Liebe Damen, fühlt ihr euch angesprochen? Oder ist die Zielgruppe eher die UFC-Ecke, die hier in langweiligen Flashbacks höchstens erwähnt wird?

Übrigens, man möge mir den Mann Anfang 40 zeigen, der ohne 2 Stunden hartem Training pro Tag, Alkoholverzicht, ausreichend Schlaf und einer strengen Diät unter 7 % Körperfett bleiben kann wie unser Held des Films DALTON. Aber wie schon gesagt, ROAD HOUSE muss hier gar nix beweisen!

Ein weiteres Hollywood-Blendwerk ohne Substanz, lieblos umgesetzt wie die Marketingkampagne. Achja, wieso hatte nochmal POST MALONE einen Auftritt am Anfang? Vielleicht sein erster und letzter.

Wohlgemeinte 3.5 von 10 Sternen

Deutscher Trailer | „ROAD HOUSE“ (2024)

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