Vom Jackie-Chan-Film „Snake in the Eagle’s Shadow“ bis zur Animeserie „Dragon Ball“: Thunderleg Hwang Jang-Lee tritt globale Rechteoffensive los
Die Einfüsse von Jackie Chans Filmen sind enorm und waren es bereits zu Zeiten seines Durchbruchs 1978. „Die Schlange im Schatten des Adlers“ und „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ ebneten nicht nur die Jahrzehnte andauernde Erfolgsbahn von Chan, sondern führten auch einen legendären Gegenspieler ein, der bis heute in der Pop-Kultur tief verankert ist: Hwang Jang-Lee.
Hwang Jang-Lee (auch bekannt als Hwang Jeong-Ri), geboren am 21. Dezember 1944 im damals von Japan besetzten Südkorea, war Taekwondo-Ausbilder in der südkoreanischen Armee, bevor er zu einem der legendärsten Martial-Arts-Darsteller des Hongkong-Kinos aufstieg und sich fortan mit seinem Rollennamen Silver Fox aus dem 1975er Film „Die Zwillingsbrüder von Bruce Lee“ (im Original „The Secret Rivals“) identifizierte. Mit seinen spektakulären Beintechniken und seiner außergewöhnlichen Beweglichkeit machte er sich als Filmbösewicht einen Namen und gilt bis heute als einer der größten Kick-Spezialisten der Filmgeschichte. Nicht ohne Grund trägt er den Beinamen „King of the Legfighters“.
Internationale Bekanntheit erlangte Hwang Jang-Lee vor allem durch seine Rollen an der Seite von Jackie Chan in den Kung-Fu-Klassikern „Die Schlange im Schatten des Adlers“ (1978) und „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ (1978). In „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ verkörperte er den gefürchteten Thunderleg (Thunderfoot), einen Schurken, der für seine nahezu unaufhaltsamen Beintechniken berüchtigt ist. Beide Figuren zählen zu den ikonischsten Bösewichten des klassischen Hongkong-Kinos und machten Großmeister Hwang Jang-Lee weltweit bekannt.
Interview-Ausschnitt: Jackie Chan & Akira Toriyama
Auch ein gewisser Akira Toriyama wurde von Jackie Chans Filmen inspiriert. Während er noch für seine Manga-Reihe „Dr. Slump“ arbeitete, schaute sich der japanische Künstler „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ (im Original „Drunken Master“) mehrere dutzend Male im Kino an. Als Folge entstand die Figur des Son Goku, einem frechen, nimmersatten, happy-go-lucky Kampfsportler, der das Gute im Herzen trägt und gegen das Böse mit Humor und ungewöhnlichen Fähigkeiten kämpft.
1986 trafen sich Jackie Chan und Akira Toriyama in Japan für das Magazin Bird Land Press, für die Ausgabe Nr. 22. Das Magazin, das sich ganz auf Toriyama konzentrierte, erschien insgesamt in 25 Ausgaben zwischen 1982 und 1987. Bei diesem Treffen erhielt Jackie Chan einige Dragon-Ball-Manga-Ausgaben – die TV-Serie war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gestartet.
Jackie Chan: „Ich habe Dr. Slump verwendet, als ich hier in Japan einen Film gedreht habe.“
Akira Toriyama: „Ich habe mich beim Zeichnen von ‚Dragon Ball‘ von deinen Filmen inspirieren lassen.“




Akira Toriyama war Fan der Golden-Harvest-Filme. In mehreren Interviews gab er öffentlich zu, dass die Inspiration für „Dragon Ball“ unter anderem aus den Kung-Fu-Filmen von Jackie Chan stammte. Auf die Frage, was sein Lieblingsfilm sei, antwortete Akira Toriyama in Ausgabe 1 von Shonen Jump (Januar 2003): „Ganz klar ‚Drunken Master‘. Wenn ich den Film nicht gesehen hätte, hätte ich niemals an ‚Dragon Ball‘ gedacht.“ Für einige der frühen Folgen von „Dragon Ball“, die das 22. Tenkaichi Budokai Turnier zum Inhalt haben, wurde das Serienintro in Form des Golden-Harvest-Intros umgezeichnet.
(Vergleich des „Dragon Ball“-Intros aus Staffel 1 Episode 24 und dem bekannten Intro von Golden Harvest)
Hwang Jang-Lees Büro ruft zur Mitarbeit auf
„Dragon Ball“ gilt bis heute als eine der erfolgreichsten Manga- und auch Anime-Reihen. Nicht nur, dass Jackie Chans Leinwandpersönlichkeit in Son Goku übertragen wurde, die Figur des Jackie Chun erhielt den englischen Namen als Anlehnung an den Filmstar. Auch Hwang Jang-Lee wurde so in der Anime-Serie verewigt, als Tao Pai Pai, der viele Charaktereigenschaften mit Hwang Jang-Lees Figur in „Die Schlange im Schatten des Adlers“ (im Original „Snake in the Eagle’s Shadow“) teilt.


Nun hat Hwang Jang-Lees Büro offiziell rechtliche Schritte eingeleitet, um das Image des Taekwondo-Großmeisters auch für die Zukunft zu wahren. Die originale englische Pressemeldung gibt es hier zum Download; der nachfolgende Text wurde für deutschsprachige Fans übersetzt:
Sehr geehrte Führungskräfte und internationale Partner,
seit gestern hat ein international tätiger Anwalt für öffentliches Interesse mit Aktivitäten in den USA und Korea zugestimmt, die Angelegenheit bezüglich möglicher Ähnlichkeiten zwischen den Charakteren von Meister Hwang Jang-Lee, seiner Persönlichkeits- und Vermarktungsrechte sowie der Wiederherstellung kommerzieller Rechte aktiv weiterzuverfolgen.
Damit geht dieses Projekt nun über reine Fan-Diskussionen oder kulturelle Betrachtungen hinaus und tritt in einen formellen Prozess zur rechtlichen Prüfung von Rechten und zur Wiederherstellung kommerzieller Ansprüche ein.
Die derzeit im Mittelpunkt stehenden Charaktere sind:
- Dragon Ball – Tao Pai Pai / Mercenary Tao
- Virtua Fighter – Lau Chan
- Mobile Fighter G Gundam – Master Asia
Ab diesem Zeitpunkt werden sämtliche offiziellen Dokumente, öffentliche Stellungnahmen, Kontakte zu Unternehmen, Gespräche über mögliche Entschädigungen, Einreichungen von Beweismaterial sowie rechtliche Formulierungen über HGC als offiziellen Ansprechpartner und vorbehaltlich der anwaltlichen Prüfung abgewickelt.
Wir bitten alle Partner um Unterstützung in folgenden Bereichen:
- Sammeln Sie Belege aus Ihren jeweiligen Sprachregionen, darunter Artikel, Bücher, Interviews, Fanmaterialien, Videos und Beiträge aus Online-Communities.
- Dokumentieren Sie die ursprünglichen Links, Screenshots, Veröffentlichungsdaten, Autoren sowie Namen der Quellen bzw. Medien.
- Unterstützen Sie dabei, die Angelegenheit an offizielle Ansprechpartner aus den Bereichen Management, Rechtsabteilung, geistiges Eigentum (IP) oder Lizenzierung innerhalb japanischer Animations- und Spieleunternehmen weiterzuleiten.
- Vermeiden Sie individuelle Antworten auf externe Anfragen und leiten Sie diese stattdessen an HGC weiter.
- Verwenden Sie bei Kommunikation in sozialen Medien oder auf Veranstaltungen ausschließlich folgende Formulierungen: „vielfach diskutierte Ähnlichkeit“, „formeller Prozess zur Rechteklärung eingeleitet“ und „Streben nach angemessener Anerkennung und fairer Einigung“.
Es ist besonders wichtig, dass Partner in der Öffentlichkeit keine absoluten, emotionalen oder rechtlich riskanten Aussagen treffen. Dies ist ein langfristiger strategischer Prozess, um die verdiente Anerkennung sowie die kommerziellen Rechte von Meister Hwang wiederherzustellen.
Wir respektieren die kreativen Leistungen der japanischen Animations- und Spieleindustrie. Gleichzeitig gilt: Sollte das Erscheinungsbild und die Persönlichkeit von Meister Hwang Jang-Lee – einem real existierenden Kampfkünstler und Actionfilm-Darsteller – einen wesentlichen Einfluss auf weltweit erfolgreiche Figuren gehabt haben oder kommerziell als Grundlage verwendet worden sein, müssen nun eine angemessene Anerkennung und eine faire Vergütung diskutiert werden.
Dieses Projekt ist nun offiziell in die Phase der Wiederherstellung kommerzieller Rechte eingetreten.
Bitte richten Sie sämtliches Material und alle Kommunikationsanfragen an HGC.
2. August 2026
Alessandro J. Kim
Gründer/CEO,
H-Global Consulting (HGC)
Executive Chairman,
Hwang Jang-Lee World Federation of Martial Arts
Auf meine Nachfrage, was dies für Auswirkungen auf Social-Media-Kanäle habe, die Vergleichsfotos und -videos der Filme und Hwang Jang-Lee gepostet haben, erhielt ich folgende beruhigende Nachricht:
„Solche Beiträge stellen im Allgemeinen kein Problem dar, da sie die Meinungen und Recherchen vieler Fans widerspiegeln, die auf jahrelangen Vergleichen und Diskussionen basieren.
Darüber hinaus soll der Schöpfer von „Dragon Ball“, Akira Toriyama, Berichten zufolge bereits etwa drei Jahre vor seinem Tod geplant haben, nach Südkorea zu reisen, um Großmeister Hwang Jang-Lee persönlich zu treffen. Leider verstarb Toriyama, bevor dieses Treffen stattfinden konnte.“
– Alessandro J. Kim
Wir dürfen also gespannt sein, wie die nächsten rechtlichen Schritte aussehen, wie sich die Gegenparteien dazu äußern werden und welche Rolle KI in Zukunft noch spielen wird. Abschließend möchte ich Alessandro J. Kim, den Executive Chairman der Hwang Jang-Lee World Federation of Martial Arts, zitieren:
„Wir [Martial-Arts-Filmfans] sind praktisch eine Familie. Das Teilen dieser Geschichte wird auch dem Vermächtnis von Jackie Chan und Großmeister Hwang Jang-Lee erheblich zugutekommen und gleichzeitig dazu beitragen, beide Legenden gemeinsam zu würdigen und bekannter zu machen.“
– Alessandro J. Kim
Son Goku ist Jackie Chan!



