Arrow Video kündigt „Jackie Chan’s Breakout Hits!“ Box-Set inkl. sechs 4K-Filmen aus den 1990ern an

Arrow Video kündigt „Jackie Chan’s Breakout Hits!“ Box-Set inkl. sechs 4K-Filmen aus den 1990ern an

10. April 2026 Aus Von Thorsten Boose

Mit der Ankündigung von Arrow Video, dass sie im Sommer 2026 sechs von Jackie Chans Hits aus den 1990ern endlich in 4K veröffentlichen werden, wurden weltweit Chan-Fans mit Glückshormonen geflutet. Die Box trägt den Titel „Jackie Chan’s Breakout Hits!“ und sorgt bereits vor Release für heiße Diskussionen unter Filmsammlern.

Viele Jahre, eigentlich Jahrzehnte, war das Warner Archive fest verriegelt. Ganz zum Unmut vieler Jackie-Chan-Fans, die als Kind in den 1990ern doch erst vom Chan-Fieber und seinen Filmen wie „Thunderbolt“, „Mr. Nice Guy“ und „Who Am I?“ infiziert wurden und bis heute wahre Fans geblieben sind. Für diese Generation stellt das neue Box-Set von Arrow Video einen wahrgewordenen Traum in 4K dar.

Auf insgesamt 10 Discs finden sich verschiedene Schnittfassungen der Filme „Drunken Master II“, „Rumble In The Bronx“, „Thunderbolt“, „Police Story IV: First Strike“, „Mr. Nice Guy“ und „Who Am I?“ mit allerhand neuem Bonusmaterial. Zudem wird die Box, in zwei Artwork-Varianten, mit einem 160-seitigen Booklet, 24 Reproduktionen von Aushangfotos und einem doppelseitigen Poster ausgestattet. Was könnten Fans da noch mehr wollen? Neben den beiden Cover-Varianten – die blaue, das Arrow Exclusive, zeigt das berühmte Promo-Motiv von Chan zu „Rumble in the Bronx“-Zeiten; auf der roten prangt ein ähnliches Motiv, allerdings von Chan im Film „Who Am I?“ – sorgt der Titel des Box-Sets für manche Diskussion online.

Sind das wirklich Jackie Chans „Breakout Hits“?

In Filmkreisen hat sich der Begriff „Breakout Hit“ als einen Film definiert, der unerwartet großen kommerziellen oder kulturellen Erfolg erzielt und/oder beteiligten Personen zum Durchbruch verhilft. Diese Definition wird auch von Wörterbüchern verwendet. Nun lässt sich eine einfache Definition nicht so leicht auf einen globalen Superstar namens Jackie Chan anwenden, der seit Anfang der 1960er im Filmgeschäft aktiv ist.

Für die in der Box befindlichen Filme stellen sich also folgende Fragen:

  • War der Film ein kommerzieller Erfolg?
  • War der Film ein kultureller Erfolg?
  • Verhalf der Film Jackie Chan zum Durchbruch?

Noch klarer müssen wir werden, wenn wir die unzähligen verschiedenen Märkte auf der Welt berücksichtigen:

  • Wieso war der Film ein kommerzieller Erfolg?
  • Inwiefern war der Film ein kultureller Erfolg?
  • In welchem Markt verhalf der Film Jackie Chan zum Durchbruch?

Und wenn wir die verschiedenen Medien betrachten, müssen wir auch ganz ehrlich sein und uns fragen, ob wir aus heutiger Sicht den VHS- und DVD-Markt der 1990er vielleicht unterschätzen.

Box Office vs kulturelle Relevanz

Viele bezeichnen „Drunken Master II“ als letzten klassischen Jackie-Chan-Film. 1994 belegte er Platz zwei, nach Wong Jings „God of Gamblers Return“ und 52,52 Mio. HKD, mit insgesamt 40,97 Mio. HKD Einnahmen. Mit seinen Drehs in mehreren chinesischen Städten legte Jackie Chan früh das Fundament für einen weiten China-Start des Films; auf dem Festland spielte er somit nochmal 10 Mio. Yuan ein und verhalf Golden Harvest dabei, den sich öffnenden chinesischen Filmmarkt zu erobern.

Das wurde mit „Rumble in the Bronx“, der 1995 Platz eins der Kinocharts in Hongkong mit 56,91 Mio. HKD Einnahmen belegte, ausgeschöpft. Der Film erhielt China-weit eine großangelegte Promoaktion und spielte dort satte 100 Mio. Yuan ein. Was für „Rumble in the Bronx“ im Verlauf von 1995, 1996 und danach geschah, könnte man als globalen Durchbruch Chans bezeichnen, der lukrative Deals mit Miramax/Dimension Films und New Line Cinema nach sich zog, welche wiederum Jackie Chan als Marke dem Westen mediengerecht auf einem Silbertablett servierten.

Mit „Thunderbolt“ belegte Chan im selben Jahr den zweiten Platz mit 45,64 Mio. HKD Einnahmen. In ganz Asien und dem Festland Chinas war der Erfolg solide, aber nicht mit dem Vorgänger zu vergleichen. Chans Autorennfilm wird bis heute sehr stiefmütterlich behandelt, ist es aber wert, aufgrund der langjährigen Beziehung zu Mitsubishi näher beleuchtet zu werden.

1996 setzte Jackie Chan mit „Police Story IV: First Strike“ einen neuen Box-Office-Rekord in Hongkong fest: 57,51 Mio. HKD. Und selbst in China spielte der Film 112 Mio. Yuan ein. „Mr. Nice Guy“, der quasi direkt im Anschluss ebenfalls in Australien gedreht wurde, belegte zwar 1997 wieder den ersten Platz mit 45,42 Mio. HKD Einnahmen und einem starken Box-Office in China, doch im Allgemeinen gingen die Besucherzahlen Ende der 1990er zurück. Auch „Who Am I?“ machte es nicht besser: nur Platz zwei im Jahr 1998 und 38,85 Mio. HKD Einnahmen.

Zurück zu den Heimvideo-Wurzeln

Wie lässt sich da guten Gewissens von Jackie Chans Breakout Hits reden? Weil Erfolg eben nicht nur an Zahlen festzumachen ist. Alle genannten Filme waren starke Videothekenexemplare Ende der 1990er bis weit in die 2000er hinein und verhalfen Jackie Chan somit im Westen, ein allgemein bekannter Name zu werden; damals ergänzten sich Kino und Videotheken perfekt. Das darf auch nicht für den sich damals öffnenden chinesischen Markt übersehen werden.

Arrow Video wird diesen Sommer voraussichtlich die Heimkino-Veröffentlichung des Jahres, vielleicht sogar des Jahrzehnts, herausbringen und damit sechs absolute Actionkomödien-Hits von Jackie Chan nicht nur den langjährigen Fans zugänglich machen, sondern idealerweise auch ein neues, junges Publikum erreichen. Und wer weiß, vielleicht schätzt dieses Publikum physische Medien dann mehr als Streaming-Dienste – ich spreche da für all jene, die ihre ersten Jackie-Chan-Filme im 4:3-Format mit Pan & Scan erleben mussten und trotzdem begeistert waren.

Jeder dieser Filme bediente somit unterschiedliche Märkte und Zielgruppen und verband Chans andere Geschäfte, von denen er bereits vor „Drunken Master II“ zahlreiche führte, clever miteinander. Wie das ablief, erkläre ich in meinem ausführlichen Essay exklusiv für Arrow Videos „Jackie Chan’s Breakout Hits!“.