Jackie Chan in „Panda Plan: The Magical Tribe“ – Filmrezension zur deutschsprachigen Heimkino-Premiere
Als Jackie Chan 2024 in „Panda Plan“ seiner Liebe zum pelzigen chinesischen Nationaltier filmisch Ausdruck verlieh, spaltete er unbeabsichtigt seine Fans in zwei Lager. Die alten Hasen, erfolgsverwöhnt von Jahrzehnte andauernder Jackie-Chan-Action, konnten mit der albernen Familienkomödie nichts anfangen, wobei gerade Familien und vor allem Kinder einen chantastischen Spaß mit der Actionkomödie hatten.
Persönlich zählte ich mich damals zur zweiten Gruppe. Mich hat die teils biografische Komödie „Panda Plan“, in der sich Jackie Chan selbst nicht so ernst nimmt, sehr unterhalten. Als einer der wenigen aus dem Westen wollte ich direkt eine Fortsetzung der Abenteuer um Panda Hu Hu mit ihrem Adoptivvater Jackie sehen. Zwei Jahre später sollte es soweit sein. Splendid Film bringt das Sequel mit dem Titel „Panda Plan: The Magical Tribe“ ab August in den Handel und Stream und sorgt gerade für deutschsprachige Chan-Fans für eine weitere Überraschung.
Schauen wir uns mal an, ob ich meinen Wunsch von damals bereut habe oder uns tatsächlich eine Trilogie bevorsteht.
Genre: Action, Komödie, Familie, Fantasy
Land/Jahr: China 2026
Originaltitel: Panda Plan: The Magical Tribe
Mit Jackie Chan, Shan Qiao, Yang Yu
Regie: Derek Hui · Drehbuch: Keyang Pan · Produktion: Han Mei · Musik: Jing Ding
Laufzeit: 99 Min. · FSK 12
Die Story

In „Panda Plan“ übernimmt der berühmte Schauspieler Jackie Chan die Patenschaft für das Pandababy Hu Hu. Als dieses von einer Bande internationaler Gangster gekidnappt wird, muss Jackie beweisen, dass er es auch im Alter noch als echter Actionheld draufhat, um Hu Hu zu retten. In der Fortsetzung „Panda Plan: The Magical Tribe“ spielt Jackie Chan sich erneut selbst. Nach einem seltsamen Vorfall auf dem Weg ins Pandaschutzgebiet flüchtet Hu Hu in den Wald. Jackie versucht, sie einzuholen, als beide in einer vermeintlich anderen Welt landen – ohne Chance auf eine Rückkehr.
Ein magischer, unentdeckter Stamm hält Hu Hu für die Personifizierung ihrer Gottheit und sieht Jackie als einen Eindringling an. Erst als sie erkennen, dass Hu Hu Jackie vertraut, küren sie den ihnen völlig unbekannten Star zum Pandaboten: Jackie soll Hu Hu zum magischen Berg begleiten, um die lang ersehnte Prophezeiung des seltsam verklemmten Stammes zu erfüllen. Familiäre Streitigkeiten innerhalb des Stammes sorgen dafür, dass das Team verfolgt wird, um sie von ihrem Ziel abzuhalten.
Wird es Jackie und Hu Hu gelingen, die Prophezeiung zu erfüllen, um wieder in ihre eigene Welt zurückzukehren?
Das Thema
Der Film beginnt direkt mit einer Actionszene und man merkt, dass Jackie Chan ein Fan von Sylvester Stallones „Cliffhanger“ ist. Ein Cliffhanger stellt auch jene Eröffnungsszene dar, die sich schnell als Traum von Jackie entpuppt. Neben ihm im Wagen auf dem Weg zum Pandaschutzgebiet hat der in China berühmte Sänger JJ Lin einen Gastauftritt; zusammen nahmen die beiden den Titelsong „Skibidi“ für den Film auf. Als Hu Hu nach dem Vorfall in den Wald flüchtet, wird uns Zuschauern klar, dass Jackie Chan in dieser Fortsetzung eher zum Nebencharakter mutiert, um Platz zu machen für die farbenfrohen Aufnahmen und eine wirklich schöne Botschaft des Films, die sich auf alberne Weise zu erkennen gibt.
In Zeiten, in denen im Westen „strong female lead“-Filme heiß diskutiert werden, liefert „Panda Plan: The Magical Tribe“ aus Fernost ganz dezent genau das ab, was Hollywood in der Vergangenheit so zwanghaft versuchte, in Form zu gießen. Das Pandaweibchen Hu Hu wird vom magischen Stamm als Göttin verehrt. Das Stammesoberhaupt ist eine mächtige Frau, die die Prophezeiung mit ihren eigenen Worten so zusammenfasst: „Nutze dein süßes Wesen, um die Welt zu heilen.“ Gleichzeitig ist sie Mutter, die im Verlauf des Films eine wichtige Erkenntnis über sich, ihre führende Rolle und ihre Kinder erlangt.
Jackie Chan beweist erneut, dass Humor und Action keine Grenzen kennen
Um das Element der göttlichen Weiblichkeit im Film auszugleichen, braucht es natürlich einen männlichen Gegenpart, und genau dieser sorgt im Verlauf des Abenteuers für unzählige Lacher. Jackie Chans an Charlie Chaplin erinnerndes Schauspiel und seine unschuldige Mimik beweisen dem Zuschauer abermals, ob jung oder alt, dass Humor genau wie Action keine Landes- oder Altersgrenzen kennt. Das Element der Missverständnisse rund um den Killer, der zu Jackies bestem Freund wird, sowie dem eifersüchtigen Sohnemann der Stammesführerin, der beide verfolgt, erfinden das Rad der Komödie nicht neu – und deshalb funktioniert es.
Eine altersgerechte Neuerfindung seines Stils will Jackie Chan in „Panda Plan: The Magical Tribe“ gar nicht erreichen. Mit seiner Filmografie muss er niemandem mehr etwas beweisen und hat es sich verdient, Projekte aus Spaß anzunehmen. Das farbenfrohe Familienabenteuer aus einer magischen Welt zielt eher auf ein junges Publikum ab. Somit wird auch nach über 60 Jahren im Filmgeschäft Jackie Chans Arbeit einer neuen Generation präsentiert. In China erschien der Film aus dem Grund zum Chinesischen Neujahr 2026 in den Kinos, den umsatzstärksten Tagen, der Nation.
Da ist es logisch, dass kulturelle Punkte im Film angesprochen werden. Familienzusammenhalt ist einer von ihnen, genauso wie das Zulassen und Teilen von wahren Emotionen und Empathie in einer hoch funktionierenden Gesellschaft. Der Film spiegelt deutlich wieder, dass Menschen in der Gemeinschaft Großes erreichen können. Wenn sie dann noch Tier und Natur ehren, leben sie im Einklang nach Gottes Absicht.








Die Hintergründe
Wer in „Panda Plan: The Magical Tribe“ satte Action à la „Shadow Chase – Im Netz Der Diebe“, Jackie Chans brutaler Actionhit von 2025, erwartet, wird enttäuscht werden. Hier kommen ganz andere Fans des Jackie-Chan-Stils auf ihre Kosten, dank der leicht verdaulichen und schön anzusehenden Choreografie seiner Stuntteam-Mitglieder Lv Shijia und Su Hang. Auch mit über 70 Jahren beweist Jackie Chan, dass er mit seiner Lieblingswaffe, dem Stab, beindruckende Moves draufhat, die jeden noch so magischen Stammeskrieger in die Knie zwängt.
Auch wenn der Film eine fantastische Fiktion ist, Jackies Hauptfigur teilt, wie schon in Teil eins, Merkmale mit ihm selbst. So würde sich Jackie Chan nicht als religiös bezeichnen, doch einen gewissen Respekt vor Tradition, Riten und Glaube hat er dann schon. Wie schon in Teil eins erkennt der erfahrene Jackie-Fan auch hier einige Anspielungen auf alte Chan-Filme wie die Matschszene aus „Meister aller Klassen“ oder das Feuerspucken aus „Drunken Master 2“.
Ultimativ biografisch wird es für Jackie Chan dann, wenn man entdeckt, dass er bereits 2009 zwei echte Pandas, Cheng Cheng und Long Long, in Chengdu, China, adoptierte und seither als Pandabotschafter Chinas in der Welt unterwegs ist. In Chengdu fanden übrigens auch die Aufnahmen zu Teil eins statt, Teil zwei wurde unter anderem in Yunnan gedreht. Zudem begleiten Jackie seine beiden Plüschpandas, Chan La und Chan Zy, zu offiziellen Anlässen und Filmpremieren und werden mit Promis aus aller Welt gerne abgelichtet.
Für Freunde der deutschen Synchronisation stellt „Panda Plan: The Magical Tribe“ eine große Veränderung dar. Mit dem Tod von Stefan Gossler geht hierzulande eine Ära zu Ende, denn ganze 30 Jahre lang war er die beliebte Stammstimme von Jackie Chan. Splendid Film hat versucht, seiner Schauspiel- und Synchronkunst gerecht zu werden, um den deutschsprachigen Fans auch in Zukunft einen tollen Jackie Chan bieten zu können. Mit der neuen Stimme von Stefan Krause ist ihnen dies meiner Meinung nach auch gelungen.
Jackie Chans neue deutsche Stimme: Stefan Krause

Jackie Chan Deutschland | Deutsche Stimmen hatte Jackie Chan im Verlauf von Jahrzehnten viele. Die letzten 30 Jahre war Stefan Gossler seine Stammstimme; ganze Generationen sind mit seinem Schauspiel um Chan großgeworden. Spürten Sie einen gewissen Erwartungsdruck? Was war Ihnen persönlich besonders wichtig bei der Arbeit als neue Jackie-Chan-Stimme? Gibt es etwas – vielleicht Tonfall oder Energie –, worauf Sie beim Spielen für Chan besonders achten müssen?
Stefan Krause | Glücklicherweise gab es keinen Erwartungsdruck, die Stimme von Stefan Gossler zu „imitieren“, die man selbstverständlich im Ohr hat. Bei der Arbeit ging es mir – wie immer – um Respekt vor dem Original. Und ich hörte da einen etwas reiferen Jackie Chan, eher etwas leiser und lakonisch, aber immer noch mit Humor und großer Freundlichkeit. Das habe ich versucht umzusetzen.
Jackie Chan Deutschland | Jackie Chan ist weiterhin schwer aktiv im Filmgeschäft. Heißt das, dass wir uns künftig auf weitere Chan-Filme mit Ihrer Stimme freuen dürfen?
Stefan Krause | Wenn es nach mir geht, würde ich gern Jackie Chans Filme weiter mit meiner Stimme begleiten. Aber vielleicht hat das Publikum erstmal mitzuentscheiden, ob ihm diese „neue“ Stimme gefällt. Das hoffe ich natürlich.
Jackie Chan Deutschland | Sind Sie selbst Jackie-Chan-Fan und wenn ja, was sind Ihre Lieblingsfilme mit ihm? Oder ein Film, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist.
Stefan Krause | Ich bin eigentlich kein Martial-Arts-Fan. Aber der Jackie-Chan-Stil ist ja weniger ernsthaft und streng als die Bruce-Lee-Tradition. Das sieht man z.B. bei „Shang-High Noon“ und „In 80 Tagen um die Welt“, in denen die Kampfszenen eher unfreiwillig (komisch) sind und Jackie Chan mehr als Schauspieler in den Vordergrund rückt. Und das macht diese Filme für mich sehenswert!
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Stefan Krause)
Fun Fact:
Stefan Krause übernahm bereits in anderen Filmen mit Jackie Chan eine Sprechrolle für andere Schauspieler, „In 80 Tagen Um Die Welt“ und „The Tuxedo“.
Eine liebevolle Fortsetzung, die mit Witz, Herz und magischem Charme begeistert
Ob es einen dritten Teil der Panda-Abenteuer um Hu Hu geben wird, steht noch nicht fest; ich würde es mir wünschen. „Panda Plan: The Magical Tribe“ ist eine farbenfrohe, witzige Fortsetzung der Familienkomödie von 2024 und begleitet Jackie Chan wortwörtlich auf Sidequests seiner Karriere, in denen er sich selbst autobiografisch durch den Kakao zieht und die chinesische Kultur auf humorvolle und überraschend emotionale Weise für Jung und Junggebliebene in der ganzen Welt verbreitet. Ein chantastischer Familienspaß mit Herz, Humor und dem typischen Charme von Jackie Chan: 4 von 5 Pandapfoten.
Im Streaming sowie auf DVD & Blu-ray wird „Panda Plan: The Magical Tribe“ ab dem 28. August 2026 im Handel erhältlich sein.
Extras der DVD & Blu-ray:
- Internationaler Trailer (01:04)
- „Saviour“ Trailer (01:00)
- „Scheduled“ Trailer (01:24)
- „Whack-a-mole“ Trailer (00:55)
- Musikvideo „Give Me a Hug, Give Me a Smile“ von Nina mit Jackie Chan (03:06)

Blu-ray
EAN 4013549168861
VÖ-Datum 28.08.2026
FSK 12
Laufzeit 100 Min.
Bildformat 1920×1080
Tonspuren Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)
Untertitel Deutsch
Anzahl Discs 1
Verpackung Softbox
Bonus Musikvideo, diverse Trailer
DVD
EAN 4013549169905
VÖ-Datum 28.08.2026
FSK 12
Laufzeit 96 Min.
Bildformat 16:9 anamorph
Tonspuren Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel Deutsch
Anzahl Discs 1
Verpackung Softbox
Bonus Musikvideo, diverse Trailer