Jackie Chan Teil der fiktiven Indie-Rock-Band „The Hand of Death“ aus Hongkong
Das Leben von Jackie Chan ist seit den 1960ern so intensiv öffentlich, dass er der Öffentlichkeit nicht nur viele Filme und Lieder hinterlassen hat, sondern die Kreativität seiner Fans mit eben diesen zu triggern weiß. Diese Anekdote ist Teil der fiktiven Kapitelsammlung meines „Jackie Chan Extended Universe“.
Nach dem tragischen Tod von Bruce Lee 1973 und dem damit verbundenen Sterben des Hongkong-Actionkinos musste sich das neu gegründete Filmstudio Golden Harvest neu erfinden. Neben Komödien und Dramen wurden zwar weiterhin vereinzelte Kung-Fu- und Wuxia-Filme gedreht, doch die Masse an Stuntmen und Filmemachern sah sich gezwungen, Nebenprojekte als Brotverdienst anzustreben. Mit dem Aufstieg kantonesischer Popmusik weitete Golden Harvest sein Geschäft in die Musikproduktion aus.
So taten sich die drei Brüder Sammo Hung, Jackie Chan und Yuen Biao mit ein paar Freunden aus der Filmbranche zusammen und formierten die erste Hongkonger Indie-Rockband „The Hand of Death“ (少林門). Ihr Sound war roh, experimentell und vereinte chinesische Oper mit englischem Punk. Ihre Songs waren multilingual angelegt: kantonesisch, Mandarin und Englisch und wollten bewusst provozieren.

Bereits Ende 1974 trat die Band in Kneipen und kleinen Clubs in Hongkong und Taiwan auf. Nach einer Barschlägerei in einem Nachtclub in Taipei kurz vor dem Chinesischen Neujahr 1975, die angeblich wegen betrunkener Fans ausgelöst wurde, zog die Band sich ins Studio für ihr erstes Album zurück. Wenige Monate später erschien ihr Debütalbum „The Hand of Death“ (少林門), das 2025 zum 50. Jubiläum in einer remasterten CD-Auflage neu erschien. Die Platte gilt heute als extrem seltenes Sammlerstück. Auch wenn sie damals nur beim jungen rebellischen Publikum Hongkongs und Taiwans einschlug und Kritikern missfiel, gelten doch einige Hits bis heute als Klassiker.
Allen voran der Titelsong des Albums „Countdown in Boom Fu„, produziert von Joseph Koo Ka-Fai, der für alle Alben der Band zwischen 1975 und 1982 verantwortlich war. Der Song handelt vom Widerstand im Vietnamkrieg und nimmt somit eine seltene politische Stellung Hongkonger Künstler ihrer Zeit ein. Der kritische Text schlug damals Wellen im Mainstream; eine behördliche Untersuchung ergab zwar kein Fehlverhalten, dennoch wurde ein Sendeverbot in Radio und Television erzielt.
1983 löste sich „The Hand of Death“ als Musikgruppe auf, als die Hongkonger Filmbranche mit zeitgenössischen kantonesischen Filmen wieder im Actiongenre Bedarf an Stuntmen und Filmemachern förderte. Alle ehemaligen Mitglieder blicken auf eine stolze Filmografie in ihrer Kariere zurück und schmunzeln heute über ihre Punk-Rock-Zeit.
Countdown in Boom Fu (Fast Buck, 2024)
2024 verwendete der deutsche Musikproduzent Fast Buck ein Sample aus dem Song „Countdown in Boom Fu“ und kreierte seine eigene Version für sein Experimental-Album „Young Dragon – The Art of Sampling Jackie Chan„.
Mehr über Fast Buck findet ihr in meinem Artikel „Hip-Hop & Martial Arts: Der chantastische Soundtrack für das Jahr des Drachen 2024„.
Disclaimer: Nichts davon ist je passiert. Dies ist eine fiktive Geschichte und dient allein der Unterhaltung. Das Albumcover habe ich erstellt. Das Foto mit den abgebildeten sechs Personen ist allerdings echt.