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Jackie Chan bestätigt „Rush Hour 4“: Historie der Buddyfilm-Trilogie

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Jackie Chan, Hongkongs beliebtester Filmexport, lebt mit 63 Jahren vielleicht das Jahr seines Lebens. Erst die offizielle Verleihung seines Ehrenoscars, dann die Feier zum 40. Jubiläum seines Stuntteams, die Ankündigung eines neuen Studioalbums und mit gut einem Dutzend Filmen weltweit auf der großen Leinwand präsent. Während seiner großen Promotouren von „The LEGO-Ninjago Movie“ und „The Foreigner“ gab der sympathische Asiate nun bekannt: „Ja, es wird einen vierten „Rush Hour“-Film geben.“

„Es geht nicht ums Geld“, gibt Jackie Chan den Moderatoren von „The Cruz Show“, einer beliebten Radioshow aus Los Angeles, USA, zu verstehen. „Es hängt davon ab, ob es zeitlich hinhaut.“ Gemeint ist die Produktion von Teil 4 der beliebten „Rush Hour“-Filmreihe mit Co-Star Chris Tucker. Bereits 2010 fanden erste Manuskript-Besprechungen statt und eine Weiterführung der erfolgreichen Filmreihe wurde publik. Doch irgendwie wollte es nicht mehr richtig klappen. Hier eine kleine Historie zu „Rush Hour“ und seinen Nachfolgern.

„Rush Hour“ – wie alles begann

Jackie Chan versuchte es mit „The Big Brawl“ bereits 1980 im zarten Alter von 26 Jahren auf dem US-Markt. Leider ohne großen kommerziellen Erfolg, doch er zog daraus wichtige Lehren, die er bis heute erfolgreich in sein Filmschaffen integriert. Mitte der 80er sollte der Action-Streifen „The Protector“ (1985) ein weiterer Versuch werden, den US-Filmmarkt für sich zu gewinnen. Doch auch das scheiterte. Erst 1998 ließ sich Jackie Chan wieder zu einem Projekt überzeugen – „Rush Hour“. Nach dem Erfolg von „Rumble in the Bronx“ (1995), der als erster Hongkong-Film in englischer Sprache weltweit vertrieben wurde und Rekorde brach, wurden US-Produzenten auf den sympathischen Chinesen aufmerksam. Brett Ratner, damals Ende 20 und als von Steven Spielberg unterstützter Regisseur von Hip-Hop-Musikvideos bekannt, erarbeitete eine Buddy-Komödie und überzeugte Jackie Chan 1997 am Drehort in Südafrika für „Who am I?“ (1998) von seiner Idee. Sein bestes Argument: „Jackie, ich hab die Story und die Ausrüstung. Du kümmerst dich allein um die Action. Da rede ich dir nicht rein.“

„Rush Hour 2“ – ein (un)typisches Sequel

Nach dem bahnbrechenden Erfolg des ersten Teils, der weltweit über 244 Millionen Dollar bei einem Budget von 33 Millionen einspielte, war klar, an den Erfolg muss angeknüpft werden. Die ersten Ideen für eine Fortsetzung wurden bereits 1999 ausgearbeitet, während Jackie Chan an seinem Millenniumsblockbuster „Shanghai Noon“ (2000) mit Owen Wilson und Lucy Liu drehte. Nachdem auch diese Western-Komödie, ein wahrgewordener Traum für Jackie Chan, ein Millionenerfolg wurde, war der Altmeister endlich angekommen und überzeugt, dass Hollywood nun endlich verstanden hat, was ein echter Jackie-Chan-Film braucht. Ein Einspielergebnis von weltweit über 347 Millionen Dollar bei einem Budget von 90 Millionen Dollar gibt dem Film Recht.

„Rush Hour 3“ – zu wenig, zu spät

Gerade mal drei Jahre lagen zwischen den ersten beiden Veröffentlichungen, weitere sechs Jahre trennen den dritten vom zweiten Teil. Inhaltlich war es nur logisch, dass sich das Team aus Jackie Chan und Chris Tucker für einen dritten Teil nach Europa, für beide unbekanntes Terrain, begeben. Doch vor Produktionsbeginn sträubte sich Jackie Chan etwas davor: „Es ist zu lange her, niemand will mehr was von uns sehen.“ Leider geben ihm da die nackten Zahlen recht: gerade mal 258 Millionen Dollar Einspielergebnis bei knackigen 140 Millionen Budget – kein gutes Ergebnis. Die Stimmen der Zuschauer taten ihren Rest. Wie gut, dass sich das Team nicht dazu entschied, Teil 3 und 4 zeitgleich abzudrehen, denn diese Idee stand tatsächlich mal im Raum!

„Rush Hour 4“ – Highlight oder Katastrophe?

Wie geht es also weiter? Noch ist zum Inhalt von Teil vier der „Rush Hour“-Trilogie, die somit zur Minireihe befördert wird, nichts bekannt. Worum könnte es sich also handeln? Die Zeit stand auch in der Fiktion nicht still, geschlagene elf Jahre (!) lägen zwischen Teil drei und vier. Carter und Lee sind älter geworden, vielleicht bilden sie nun gemeinsam den Nachwuchs aus und geraten in einen Hinterhalt, in dem sie der jungen Generation zeigen müssen, wo es lang geht? Hoffen wir auf ein Highlight, rechnen wir lieber mit seichter Unterhaltung. Das Unterfangen eines weiteren „Rush Hour“-Streifens ist mutig, und sollte die Filmreihe danach noch weiter gehen, statistisch gesehen käme „Rush Hour 5“ dann frühestens 2035 ins Kino. Dann wäre Chris Tucker 64 und Jackie Chan 81 Jahre alt.

Ach ja, ein Hindernis gibt es da noch. Jackie Chan segnete zwar das Skript kurz vor dem Interview bei „The Cruz Show“ ab, allerdings fehlt da noch ein wichtiger Teil: Chris Tucker muss seinen Part erst noch bestätigen. Denn was wäre ein Lee ohne seinen Carter?

 

Trailer zu "Rush Hour 4: Face/Off 2"

Die "Rush Hour"-Serie hat weltweit so viel Fans, dass selbst die Comedy-Website "Funny or Die" im Jahr 2015 einen eigenen Fake-Trailer dazu drehte. Zudem integrieren die Macher noch gleich eine Fortsetzung zum John-Woo-Film "Face/Off", damals mit John Travolta und Nicolas Cage.

In "Rush Hour 4: Face/Off 2" geht es... ach, schaut am besten selbst...

 

Chris Tucker bestätigt "Rush Hour 4"

Als am 22. Februar 2018 Chris Tucker, der sich seit einigen Jahren etwas aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, im Interview mit dem ESPN-Podcast "The Plug" als Gast eingeladen wurde, sollte er eigentlich über das aktuelle NBA-All-Star-Spiel berichten. Doch der Schauspieler ließ in einem kurzen Nebensatz verlauten:

Es wird passieren. Das wird die Mutter aller Rush Hour werden. Jackie steht in den Startlöchern, und wir wollen den Film abliefern, sodass sich jeder daran erinnern wird.

Der originale Podcast gibt's hier zum Nachhören (hier klicken). Doch bis heute fehlt angeblich noch der Regisseur Brett Ratner. Kritiker behaupten, dass er nicht zur Original-Trilogie für einen vierten Teil zurückkehren wird, was wahrscheinlich an den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs liegt, die auch ihn getroffen zu haben scheinen.

 

Easteregg: Jackie Chans Vater Charles Chan in "Rush Hour" entdeckt (SPOILER)

Auch wenn wir wohl noch etwas warten müssen, bis "Rush Hour 4" wirklich in Produktion geht, bleiben den Fans immerhin drei erste Teile, die sie von Zeit zu Zeit in ihren DVD-Player werfen können. Wer immer auch gerade den ersten Teil sichtet, möge die Augen ab der Minute 34 offenhalten - denn hier sitzt tatsächlich Jackie Chans Vater im Hintergrund einer Szene.

Charles Chan Chi-Ping (auch bekannt als Fong Dao-Long) war bis zu seinem Tod am 26. Februar 2008 dafür bekannt, einen Schlapphut zu tragen und genüsslich seine Pfeife zu rauchen. Genau dieses Bild ehrt Jackie Chan in einer kleinen Szene in "Rush Hour" (1998). Als Chris Tucker seinen Kollegen im Auto festkettet, erblickt man den weisen Chinesen vor einem Ladenlokal paffend auf einem Hocker sitzend.

Szene aus ''Rush Hour'' (1998) mit Chris Tucker, Jackie Chan und seinem Vater Charles Chan - copyright 1998 by New Line Cinema

Szene aus ''Rush Hour'' (1998) mit Chris Tucker, Jackie Chan und seinem Vater Charles Chan - copyright 1998 by New Line Cinema

Text © Thorsten Boose

Letzte Änderung dieser Seite: 11.12.2018 12:20 Uhr

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Über den Autor

Thorsten BooseJackie Chans Filme und das Hongkong-Kino allgemein haben mich früh geprägt. Heute verbinde ich meine Leidenschaft zum Film mit dem Beruflichen, indem ich über die Hongkong-Filmlegende schreibe. Dabei habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, rund um Jackie Chan als Experte und Historiker für deutschsprachige Fans für Aufklärung zu sorgen.

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Thorsten Boose (*1986), Jackie-Chan-Filmexperte und Autor mehrerer Bücher über die Hongkong-Filmlegende.

Seit 2008 bin ich schriftstellerisch aktiv. Schon vor und während meines Designstudiums habe ich mich mit den unterschiedlichsten Textarten freiberuflich auseinandergesetzt. Seitdem übernehme ich Auftragsarbeiten aus allen Bereichen der Text- und Konzeptionsarbeit. Neben bisher über 50 Publikationen in unterschiedlichen Themenbereichen arbeite ich zudem kontinuierlich an eigenen Büchern, eBooks und Theaterstücken.

Als Ausgleich zur zeitfressenden, aber spannenden Arbeit als Jackie-Chan-Filmexperte und Historiker widme ich mich auch der Kampfkunst. Neben Kickboxen betreibe ich auch Wing Chun und verinnerliche die Lehren von Bruce Lees Jeet Kune Do. Wie Jackie Chan in seinen Filmen gehe ich so aus Leidenschaft meinem eigenen Stil nach.

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